JULI
2003

 
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viventura-Reisen

Mit "Lonely Planet" am Ende der Welt

Mit präzisen Karten, Insider-Tips, Anekdoten und Hintergrundinformationen bereitet „lonely planet“ auf Reisen in die entferntesten Winkel der Welt vor, führt durch die Pampas, den Busch, den Großstadtdschungel - und wurde damit zum verläßlichen Begleiter von Reisenden, die sich nicht als Touristen verstehen, und zum Kultobjekt einer ganzen Generation.

Der Reisende, übermüdet, schmutzig und zerknittert, sitzt an einem menschenleeren Busbahnhof im Nirgendwo, an einem verlassenen Fährhafen, in einem halbvollen Buschtaxi. Vielleicht steht er auch mitten im Gewimmel einer überfüllten U-Bahnstation, fühlt sich deplaziert und sieht die Menschen an ihm vorbei hasten. Dabei denkt er sich: Die Welt ist ein einsamer Planet. Doch verloren ist er nie, nicht wenn er nach dem Buch in seinem Rucksack greift. - Ein buntes Buch, mit Hochglanzumschlag, manchmal dünn wie ein Reclam-Heftchen, manchmal voluminöser wie ein guter Roman, manchmal dick wie ein Ziegelstein. Mit Reiseführern von „lonely planet“ kommt man immer an sein Ziel - und auch wieder nach Hause.

Mit den verläßlichen Karten, den Hintergrundinformationen, den Randnotizen, den Literaturtips, dem Insiderwissen und den Anekdoten der „lonely planet“-Autoren bekommt man genau die Information, die man unterwegs braucht. Man findet seinen Weg durch den hippen Tokyoter Stadtteil Shibuya oder zur Fähre auf die idyllische Fire Island vor der Küste Long Islands. Man erfährt, wie das mit dem direkten Draht zu Gott funktioniert (indem man ein Fax an die Klagemauer in Jerusalem schickt), wo man in Osaka psychedelische Pilze und in Amsterdam die schönsten Meditationskissen kaufen kann. Durch „lonely planet“ weiß man, in welchen Club man in Yaoundé gehen muß oder wie man ein ethnologisches Museum außerhalb von Yerevan findet, wenn selbst die einheimischen Taxifahrer nur das benachbarte Kernkraftwerk kennen. „Lonely planet“ führt einen in das New Yorker Hotel, in dem Jack Kerouac „Unterwegs“ schrieb und in die Pariser Bars, in denen sich Hemingway gerne betrank. Alleinreisende finden schnell nette Gesellschaft, denn die „lonely planetarier“ sind eine weltweit operierende Gemeinschaft von sympathischen, meist kontaktfreudigen Sonderlingen. Der Satz „Oh, ich habe den gleichen Reiseführer“ war schon manches Mal der Beginn einer wunderbaren Freundschaft oder eines gemeinsamen Abenteuers.

Ein Abenteuer stand auch am Anfang des „lonely planet“-Verlags. Alles begann 1972 mit Tony und Maureen Wheelers inzwischen legendären Überlandreise durch Europa und Asien nach Australien. Auf ihrer Reise bekamen Tony und Maureen den Mangel an nützlicher Information selbst zu spüren und begannen von einem Küchentisch in Melbourne aus, ihren ersten Reiseführer zu schreiben. Die Veröffentlichung dieser „Backpacker-Bibeln“ traf den Zeitgeist. „Lonely planet“ wurde von einem kleinen Familienunternehmen zum größten unabhängigen Reiseführerverlag der Welt, mit vier Büros in Melbourne, Oakland, London und Paris.

„Lonely planet“-Reiseführer gibt es heute für jeden Winkel der Welt. Die Bücher werden alle zwei Jahre aktualisiert, wobei die Leserreaktionen eine große Rolle spielen. Täglich erhalten die „lonely planet“-Büros hunderte Briefe, Postkarten und E-Mails, in denen Reisende ihre Erfahrungen schildern, Informationen aus den Büchern korrigieren oder neue hinzufügen. Wegen dieser engen Beziehung zwischen Verlegern, Autoren und Lesern kauft man mit einem „lonely planet“- Buch nicht nur einen Reiseführer, sondern auch eine Eintrittskarte in einen Kreis moderner Nomaden.

vh