SEPT. 01
 
 
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Impressionismus (1860-1910)
Impressionismus
Nachimpressionistische Malerei

siehe auch:
Vincent van Gogh


Claude Monet, "Impression. Aufgehende Sonne", 1872

Impressionismus (1860-1900)

1874 stellen die von der Jury der akademischen Salonausstellung abgelehnten Künstler ihre Arbeiten aus - darunter Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir, Claude Monet, Edgar Degas und Paul Cézanne. Das Publikum empfindet die ungewöhnlich hell und locker gemalten Bilder als unkünstlich. Auch die niederen Gegenstände und die schnappschußhaften Bildausschnitte brüskieren. Monets Gemälde Impression. Aufgehende Sonne verleitet einen Kritiker dazu, die Schau abwertend "Ausstellung der Impressionisten" zu nennen. Damit ist ihre Bezeichnung geboren: Impressionisten - Eindrucksmaler.

Die neue Künstlergruppe will die Gegenstände so malen, wie man sie sieht. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf Farbwerten, Form, Licht und Schatten. Ausgehend von den neuen Erkenntnissen der Wahrnehmungspsychologie nutzen die Maler den natürlichen Seheindruck: In der Entfernung erscheinen die Dinge unklar; sie werden erst auf der Grundlage von Wissen und Seherfahrung geistig rekonstruiert. Analog dazu malen die Impressionisten ihre Bilder in flüchtigen Farbstrichen, die das Auge erst wieder zu einem Bild zusammensetzen muß.

Die Farben werden dabei nur lose vermischt und in groben Strichen aufgetragen. Einerseits lassen sich allein auf diese Weise kurzlebige Lichteffekte fassen, andererseits bietet sich ein ein bewußter Einblick ins Handwerk der Malerei: In den Augen der Impressionisten kann und soll sich Malerei nicht mit Wirklichkeit decken.

Claude Monet setzt sich mit seinem Werk intensiv mit der Brechung von Licht und Farbveränderungen auseinander, so in seinen Ansichten der Kathedrale von Rouen. Auch Camille Pissarro malt den Boulevard Montmartre zu verschiedenen Tageszeiten. Pierre-Auguste Renoir legt seine Bildwelten unter flimmernde Farbschleier: Tanz im Moulin de la Galette. Edgar Degas hält alltägliche Szenen in ungewöhnlichen Bildausschnitten fest; sein Lieblingsmotiv sind Ballettänzerinnen. Edouard Manet widmet sich der malerischen Wirkung von Farb- und Formverteilung, zählt sich jedoch nicht zu den Impressionisten. Sein Gemälde Das Frühstück in Freien wird zum Skandal.

Nachimpressionistische Malerei 1880-1910

Die Technik der Impressionisten wird von den Pointilisten radikalisiert. Es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, daß die Netzhaut das Wahrnehmungsbild in Form kleinster Rasterpünktchen aufnimmt, die vom Geist wieder zusammengesetzt werden. Die Pointilisten nutzen diese Erkenntnis, indem sie ungemischte Farben in Punkten nebeneinandersetzen, die für das Auge dann wieder verschmelzen.

Malerei besitzt nun einen eigenen Ausdruckswert unabhängig vom Gegenstand - eine Erfahrung, die den Weg für die Kunst des 20. Jahrhunderts bereiten wird.

Begründer und wichtigster Vertreter des Pointilismus ist Georges Seurat. Paul Cézanne reduziert die Natur auf geometrische Einzelelemente und betont den Eigenwert der Farbe, wie in seinen Darstellungen des Mont Sainte-Victoire. Vincent van Goghs Malerei zeichnet sich durch einen pastosen Farbauftrag und eine dynamische Linienführung aus: Kornfeld mit Krähen. Inspiriert von seinen Tahiti-Reisen setzt Paul Gauguin leuchtende Farbflächen nebeneinander, um nicht die Realität, sondern den Ausdruck seiner Seele ins Bild zu setzen.

aw