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Rokoko und Klassizismus in Frankreich (1715-1830)
Régence
Rokoko
Klassizismus
 
siehe auch:



Jean Auguste Dominique Ingres, "Die Badende von Valpinçon", 1808

Das 18. Jahrhundert steht im Zeichen der Aufklärung. Mit dem Glauben an eine rationale Durchdringung der Welt durch den Verstand wird die Autorität von Kirche und Adel mehr und mehr angezweifelt. Auch die französische Kunst trägt ihren Teil zu einer gesellschaftlichen Umwandlung bei, die 1789 in der Französischen Revolution gipfelt.

Régence (1715-1722)

Als Frankreichs Sonnenkönig im Jahre 1715 stirbt, ist sein Nachfolger noch nicht mündig. Herzog Philippe d'Orléans übernimmt deshalb für sieben Jahre die Regierungsgeschäfte (die "Régence"). Der Hof wird von Versailles nach Paris umgesiedelt und löst sich schnell in Privatgesellschaften auf, die dem mondänen Pariser Leben frönen.

Die repräsentative Malerei des französischen Barock-Klassizismus ist als Ausdruck des Absolutismus bald verpönt. Sie trifft nicht den Geschmack einer Gesellschaft, die sich eines freieren Lebensstils erfreut. Man verlangt nach dekorativen Bildern, die sich für die Intimität der eleganten Stadtschlößchen eignen. Diese frühe Ausprägung des Rokoko nennt sich nach der Übergangsregierung: Régence.

Jean Antoine Watteau beschäftigt sich mit der höfischen Gesellschaft und der italienischen Komödie, wie in seinem Bild Italienische Komödianten.

Rokoko (1722-1780)

Nach dem Machtantritt Louis XV im Jahre 1722 erlebt die Rokoko-Kunst in Frankreich ihren Höhepunkt. Beliebte Motive sind intime Situationen vornehmer Galanterie bis hin zum Erotisch-Anzüglichen. Auch wenn die Aufklärer den Rokoko-Malern eine Verherrlichung des Adels vorwerfen, so lehnen sich die Künstler doch gegen die kirchliche Moral auf und tragen damit durchaus zur Aufklärung bei.

François Boucher hat ein Faible für Mythologie und Erotik (Ruhendes Mädchen). Jean-Honoré Fragonard malt Porträts und erotische Darstellungen wie Die Schaukel.

Klassizismus (1770-1830)

Im Zeitalter der Aufklärung fordern auch die Künstler eine klare, verstandesgemäß geleitete Kunst. Die erneute Orientierung an der Kunst des Altertums trägt der Richtung die Bezeichnung "Klassizismus" ein. Religiöse Motive verschwinden fast völlig; die Mythologie wird durch Historie und bürgerliche Szenen ersetzt. In der Aufbruchstimmung der Französischen Revolution findet die Politik ihren Eingang in die Kunst. Als die ersten allgemein zugänglichen Museen entstehen, wird Kunst zu einer mehr und mehr öffentlichen Angelegenheit.

Jacques Louis David schafft Historien- und Heldengemälde, wie etwa Der Schwur der Horatier. Jean Auguste Dominique Ingres nimmt die linienbetonte Zeichnung als Grundlage seiner Kunst: Die Badende von Valpinçon.

aw