FEBRUAR
2002

 
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KUNST

 

Neue Sachlichkeit und Surrealismus (1920-1945)
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Siehe auch:
Frida Kahlo

Neue Sachlichkeit (1920-1933)

Die Maler der Neuen Sachlichkeit wenden sich sowohl gegen die expressionistische Emotionskunst als auch gegen die Abstraktion der Kubisten und Konstruktivisten. Sie kehren zu einer detailgetreuen Darstellung der dinglichen Welt zurück, wenn auch ihre erstarrten Wirklichkeitsausschnitte ein Gefühl der Fremdheit erzeugen.

George Grosz zeigt als Anhänger des Verismus (von lateinisch "veritas" = Wahrheit) mit seinen Großstadtszenen aus der Weimarer Republik eine sozialkritische Tendenz, wie etwa mit seinem Bild Die Stützen der Gesellschaft. Christian Schads magischer Realismus verfremdet die Wirklichkeit durch photographische Kühle und metallische Schärfe. Otto Dix sucht den Betrachter durch überspitzte Häßlichkeit aufzurütteln.

Surrealismus (1924-1945)

Die Surrealisten glauben nicht an die sichtbare Wirklichkeit: Sie suchen nach einer "Überwirklichkeit" (französisch "sur" für "über"). Der Surrealismus wird durch Sigmund Freuds Psychoanalyse beeinflußt. In ihren Traumbildern wollen die Maler dem Unbewußten Ausdruck verleihen, das vor allem im Traum zum Vorschein kommt. Um die Bilder aus dem Unbewußtsein ungefiltert zu vermitteln, bedienen sich viele Künstler der écriture automatique, bei der Gedanken und Malbewegungen wie im Rausch aufs Papier gebracht werden.

Salvador Dalí als Vertreter des illusionistischen Surrealismus sucht durch Verfremdung der gegenständlichen Welt Zugang zu tiefer liegenden Bewußtseinsebenen zu finden. Sein berühmtestes Gemälde ist Die Beständigkeit der Erinnerung mit seinen zerfließenden Uhren.

Der Belgier René Magritte will das Fremde im Vertrauten bloßlegen. Seine "Verwirrbilder" zeigen Dinge, die nicht zusammenpassen, aber so logisch miteinander verknüpft sind, daß sie die Wirklichkeit in Frage stellen. Sein Bild Dies ist keine Pfeife beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Realität und Abbild.

Max Ernst verschreibt sich dem Prinzip Zufall: Mit unberechenbaren Techniken wie der Frottage und der Grattage schält er Motive aus zufällig entstandenen Strukturen heraus. Ausgehend von der katalanischen Volkskunst verwendet der Spanier Joan Miró phantasievolle Zeichen von suggestiver Form und Farbkraft. Die Mexikanerin Frida Kahlo schließlich macht ihr seelisches Empfinden zum Thema ihrer Bilder.

aw