MAI 01
 
 
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Aller Anfang ist MERZ - Von Kurt Schwitters bis heute

Prospekt der Ausstellung
Ausstellung im Münchner Haus der Kunst
 




"Unsterblichkeit ist nicht jedermanns Sache" schrieb Schwitters 1921. Eine umfangreiche Retrospektive, die noch bis Ende Mai im Münchner Haus der Kunst zu sehen ist, hält sein Schaffenswerk im Dialog mit der zeitgenössischen Künst sehr lebendig.

Das Werk von Kurt Schwitters (1887-1948) zeichnet sich durch eine besondere Vielfältigkeit zwischen Kunst, Literatur und Architektur aus. Die Ausstellung beginnt bei seinem weitgehend unbekannten zeichnerischen und malerischen Frühwerken, die erstaunlich konventionell wirken angesichts seiner dadaistischen MERZ-Kunst. Den Begriff MERZ, Titel einer der ersten Collagen, entnahm Schwitters einer Anzeige der "ComMERZ- und Privatbank".

Seine MERZ-Kunst sollte jedoch nicht einfach eine neue Kunstgattung, sondern viel mehr eine neue Denkart sein, mit der Schwitters die Grenzen zwischen Kunst und Kitsch, Bedeutendem und Banalem, Sinn und Unsinn, Kunst und Leben aufheben wollte. Die Rekonstruktion seines MERZbaus, eine begehbare, dreidimensionale Collage, ein bizarrer, grotten-ähnlicher Raum - von ihm selbst auch als "Kathedrale des erotischen Elends" bezeichnet - bildet das Zentrum dieser Ausstellung. Im Laufe seiner Schaffenszeit entwickelte Schwitters verschiedene solcher MERZ-Bauten, ob in seiner Hannoveraner Wohnung oder später im Exil in Norwegen und England.

Die Ausstellung zeichnet sich aber nicht allein durch die umfassende Retrospektive eigener Werke aus. Besonders gelungen ist der Dialog der Arbeiten Schwitters mit der zeitgenössischen Kunst, die seine Ideen aufgreift und fortentwickelt. Arbeiten von Joseph Beuys, Robert Rauschenberg, Richard Hamilton, Raymond Hains, Robert Filliou, Anthony Cragg und anderen werden mit dem Schaffen Kurt Schwitters' in Bezug gesetzt.

Den Schlußpunkt der Ausstellung bildet eine Arbeit der kanadischen Künstlerin Laura Kikauka, die in Berlin lebt und aus unzähligen skurrilen Fundstücken einen Raum, ja eine bizarre "Höhle des Wohlstandsmülls" geschaffen hat und so die Idee des Merzbaus fortführt. Der Besucher wird gefangengenommen von den hier zusammengeführten Eindrücken.

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