NOVEMBER 01
 
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LITERATUR


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Douglas Adams: "Raumschiff Titanic"
Douglas Adams/Terry Jones
"Raumschiff Titanic"
Goldmann, 2000

Drei Erdlinge geraten durch Zufall auf ein außerirdisches Raumschiff und haben viele absurde Widrigkeiten zu überstehen, bevor sie die Erde wieder betreten können (nicht, um für immer dort zu bleiben). Auch Sex kommt dabei nicht zu kurz. – So in etwa ließe sich der Inhalt von „Raumschiff Titanic“ zusammenfassen. Für ein Buch, das mit Douglas Adams' Namen werben kann, wirkt es bemerkenswert fremd, um nicht zu sagen platt.

Adams hatte die Geschichte in seinem „Das Leben, das Universum... und der ganze Rest“ bereits in wenigen Nebensätzen angedeutet und mehr als 10 Jahre später endlich der Idee nachgegeben, ein selbständiges Werk daraus zu machen. Ursprünglich sollte es jedoch kein Buch, sondern ein Abenteuer-Computerspiel werden.

Der Verlag dämpfte seinen Enthusiasmus. Entweder sollten Spiel und Buch gleichzeitig erscheinen (um den Verkauf des Buches zu gewährleisten) – oder man müsse auf das Spiel verzichten. Für Adams und seine Firma The Digital Village, die bereits mit der Entwicklung des Programms begonnen hatte, kam der Verzicht nicht in Frage: Der Autor wußte zunächst keinen Rat. Beides gleichzeitig fertigzustellen, erwies sich als unmöglich.

Eher versehentlich kam Terry Jones zur Hilfe. Adams hatte den Monty-Python-Komiker schon früher in einschlägigen Kneipen getroffen. Als Jones spontan The Digital Village besuchte, war er von der Idee des Spiels begeistert und bot seine Mithilfe an (die Sache hatte etwas mit einem Papagei zu tun, aber wie so vieles bei Douglas Adams bleibt auch das etwas undurchsichtig). Man einigte sich darauf, daß Jones das Buch nach der Vorgabe von Adams schreiben sollte. Was den seltsamen Stil von „Raumschiff Titanic“ erklärt: Leider bedient sich Jones in vielerlei Hinsicht an „Per Anhalter durch die Galaxis“ und versucht auch sonst zu stark, den Stil von Douglas Adams zu kopieren – was er als Mitglied der berühmt-berüchtigtsten britischen Komikergruppe keineswegs nötig gehabt haben sollte.

Irreführend ist, daß der Name Douglas Adams groß und an erster Stelle auf dem Titel prangt, obwohl lediglich die Idee von ihm stammt. Hätte sich ein Buch nur mit dem Namen „Terry Jones“ so viel schlechter verkauft oder wäre es, wenn überhaupt wahrgenommen, als „banal“ verrissen worden?

Der Roman ist nicht einmal schlecht, aber echten Douglas-Adams-Fans wird er einfach fremd erscheinen. Trotzdem gehört er neben die anderen Bücher ins Regal: Es ist das letzte, das Douglas Adams' Namen tragen darf. Im Mai diesen Jahres starb der unbestrittene „Meister der modernen Science Fiction“ in einem kalifornischen Fitneßstudio an einem Herzanfall – mit nur 49 Jahren.

mp