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LITERATUR


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Nichts für Zartbesaitete: Scott Capurros "Fowl Play"
Scott Capurro
"Fowl Play"
Headline, London 1999

www.scottcapurro.com

Wie reißt "mann" einen Typen in der schwulen Szene auf und wie bereitet "mann" schmackhafte Brathändel zu?

Wer dazu neurotische Tips in Form eines düsteren Ratgeber-Comedy-Romans sucht und starke Nerven hat, ist bei Scott Capurro richtig. Der junge Autor ist ein Stand-up-Komiker mit eigener Radioshow in San Francisco und beschreibt in seinem ersten Roman die Tücken der homoerotischen Kontaktaufnahme in der "ach-so-gestylten-schwulen Szene". Vor allem wenn man sich wie Tom als häßliches Entlein fühlt und schon gar nicht zu seinem Schwul-Sein stehen kann, endet das Unterfangen, den richtigen Typen aufzureißen, nicht allzu selten tragisch.

Anfangs überwiegen noch die Sympathien für den skurrilen Erzähler Tom, der dem Leser die Tücken der schwulen Szene San Franciscos sehr plausibel beschreibt und dessen Kindheit mitleiderregend beschrieben ist.  Mit seiner Mutter und seiner Großmutter hat der zartbesaitete Tom schon allerhand auszustehen. Im Laufe der Lektüre wächst jedoch das Grauen über Toms Wahnwitz, der sich auch in seinem Drogenkonsum immer weiter verstrickt. Der schöne Taylor verdreht ihm den Kopf und muß dafür bitter büßen. Dem Leser bleibt das Lachen im Halse stecken und mit amerikanischer political correctness hat die Liason von Tom und Taylor sehr wenig zu tun.

Auf der Website von Scott Capurro (www.scottcapurro.com) kann jede / jeder sich ein eigenes Bild des Komikers machen. Kleine Filme und Hörsequenzen zeigen in Ausschnitten aus seinem Programm seinen Charme und sein freches Mundwerk, mit dem er erfolgreich durch Kalifornien und England tourte.

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