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LITERATUR


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Naomi Fearn: "Zuckerfisch"
Naomi Fearn
"Zuckerfisch"
ehapa 2001

 

Zuckerfisch ist eine Autobiographie. Ihren Titel verdankt sie der Tatsache, daß die Autorin behauptet, sich stets in einen kleinen fliegenden Fisch zu verwandeln, bevor sie „etwas Dummes“ tun kann. Leider passiert das nicht immer rechtzeitig. Auch revoltierende Kakerlaken, zickige Computer und betrunkene Hummer kann man bewundern („Hast Du schonmal rotzbesoffene Schalentiere gesehen? Kein schöner Anblick, glaub mir“).

Comics machen es möglich. Naomi Fearn, Jahrgang 1977, veröffentlicht Schnappschüsse aus ihrem alltäglichen Leben. Sie stellt ihren Freund und ihre Clique vor und berichtet in weich gezeichneten Kurzgeschichten belustigend über mehr oder weniger seltsame Erlebnisse.

Obwohl die meisten Geschichten einseitig sind – und das im wahrsten Sinne des Wortes –, werden sie nicht langweilig. In erster Linie ist das darauf zurückzuführen, daß man sich laufend selbst darin wiederfindet: Gespickt mit kleinen, amüsanten Unwirklichkeiten macht gerade die Alltäglichkeit den Reiz des Heftes aus. Der (mittzwanzigjährige) Leser lacht in erster Linie über sich selbst.

Die aufmüpfigen Kakerlaken sind zwar in ganz ähnlicher Weise schon aus Sheltons „Freak Brothers“ bekannt, und Fearns Zeichenstil ist gerade deshalb so eingängig, weil er einfach und austauschbar ist – aber wer das übersehen kann, bekommt hier so etwas wie Jamiri-Comics aus der Sicht einer Frau. In jedem Fall trotz allem ein Vergnügen.

mp