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LITERATUR


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Ausweitung der Kampfzone
Michel Houellebecq
"Ausweitung der Kampfzone"
rororo Verlag
DM 14,90

Nach der Lektüre von Elementarteilchen neugierig auf mehr geworden, kaufte ich kurzerhand Ausweitung der Kampfzone von Michel Houellebecq. In gleichbleibend wunderbarer Sprache entwirft er, diesmal aus der Ich-Perspektive und ebenso gleichbleibend, eines der für seine Bücher wohl typischen Weltschmerz-Szenarios.

Es handelt sich sozusagen um „Elementarteilchen light“ (es ist dünner). Wer wie ich mehr oder weniger absurde und verquere Geschichten mag, wird hier noch einiges für sich entdecken können, ebenso, wer sich für Details aus Houellebecqs Leben interessiert. Liest man eingangs die Kurzbiographie, tun sich allzu deutliche Parallelen zur Handlung auf.

Traurig sind beide Bücher. Wer aber auf der Suche nach „sanftem“ Grusel hinsichtlich des Wahnsinns unserer Gesellschaft ist, greift besser zu Elementarteilchen. Die Werke unterscheiden sich wie gutes von schlechtem Essen. Ausweitung der Kampfzone ist Fast Food und gibt Pickel. Andererseits ist es etwas wirklichkeitsnäher - erschreckenderweise.

Mit dem Unterschied, daß in Ausweitung der Kampfzone der Erzähler durchaus (innerlich) fühlen kann, wirkt das Buch zudem wie eine etwas mißratene Kopie von Camus' Der Fremde. Nur möchte man dessen Helden nicht andauernd zurufen: „Junge, reiß dich zusammen und nimm dein Leben in die Hand!“

Jedenfalls ist es ein gutes Buch - und trotzdem nicht unbedingt zu empfehlen.

mp