MAI
2004

 
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Im Kino: "50 erste Dates"
"50 erste Dates"
Peter Segal
USA, 2004

Henry Roth ist Tierarzt in einem Aquarium auf Hawaii. Aus Bindungsangst fängt er ausschließlich kurze Affären mit Touristinnen an, weil er die schnell und von selbst wieder loswird. Sein Traum ist es, mit dem Segelboot nach Alaska zu fahren und das bislang kaum erforschte Verhalten von Walrossen unter dem Eis zu erkunden.

Bei einer Testfahrt um die Insel bricht ihm jedoch der Mast, was ihn zur Einkehr in ein Touristenlokal zwingt. Wie es der Zufall will, sitzt am Nachbartisch die hübsche Lucy und baut aus ihren Frühstückswaffeln ein Tipi. Henry kommt mit ihr ins Gespräch und beide verlieben sich prompt. Beschwingt verabreden sie sich für den nächsten Tag und gehen ihrer Wege.

Was Henry nicht wissen kann, ist, daß Lucy infolge eines Unfalls die Fähigkeit verloren hat, Erinnerungen aus ihrem Kurz- in ihr Langzeitgedächtnis zu übertragen. Wenn sie einschläft, vergißt sie alles, was nach dem Unfall passiert ist – so natürlich auch ihre Begegnung mit Henry. Am nächsten Tag wähnt sie sich somit einem völlig Fremden gegenüber und verhält sich dementsprechend abweisend.

Doch Henry gibt nicht auf: Zuerst mit allen möglichen und gewöhnlichen, mit zunehmender Frustration ob der täglich nötigen Neueroberung schließlich auch allen unmöglichen und ungewöhnlichen Mitteln kämpft er um Lucys Aufmerksamkeit. Statt ihrer zieht er zunächst aber die Aufmerksamkeit ihres besorgten Vaters und ihres begriffsstutzigen Bruders auf sich, was seine Situation nicht einfacher macht. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und läßt dem Zuschauer vor Lachen kaum Zeit zum Atmen.

Adam Sandler war zuletzt in dem etwas verqueren „Magnolia“-Verschnitt Punch-Drunk Love und mit Jack Nicholson in der Komödie Die Wutprobe zu sehen, beides gute, aber etwas anstrengende Filme. Drew Barrymore scheint ihm gutgetan zu haben: „50 erste Dates“ ist, obwohl aus dem (modernen) Hollywood und entsprechend ausgeschmückt, eine erstaunlich einfühlsame Komödie, die ein Gehirnleiden als Aufhänger nimmt. Damit erinnert der Film in Teilen an europäische Produktionen wie „Elling“ oder „Erbsen auf halb 6“, die schon früher psychische oder körperliche Gebrechen als Fundament für äußerst gelungene Komödien entdeckten, ohne bedrückend zu wirken oder sich darüber lustig zu machen. Europa ist auf weitere Filme dieser Art freudig gespannt!

mp