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Die Legende von Bagger Vance: Ein Spiel, das man nicht gewinnt
Die Legende von Bagger Vance
Robert Redford
USA 2000

 

 

Der alte Hardy bricht auf dem Golfplatz mit einem Herzinfarkt zusammen. Er liegt auf dem Gras und hofft, daß die Schmerzen wieder verschwinden. Ihm fällt eine Geschichte aus seiner Kindheit in Savannah, Georgia ein. – Eine Geschichte über sein Idol, den Lokalhelden des Golfsports Rannulph Junuh.

Junuh kehrt als gebrochener Mann aus dem ersten Weltkrieg zurück, hat das Interesse an so oberflächlichen Vergnügungen wie dem Golfspielen verloren und sich dem Trost des Alkohols ergeben. “In ganz Georgia gibt es nicht genug Whiskey, um mich betrunken genug zu machen,” erklärt er.

Das Elend der Weltwirtschaftskrise macht auch vor dem idyllischen Savannah nicht halt. Junuhs frühere Verlobte, die resolute Adele, will um jeden Preis das Luxushotel ihres Vaters und den dazugehörigen Golfplatz retten. Sie plant ein spektakuläres Duell zwischen den beiden besten amerikanischen Golfspielern Jones und Hagen. Die Stadtverwaltung will das Turnier aber nicht genehmigen, wenn nicht auch ein Spieler aus Savannnah teilnimmt. So fällt die Wahl auf Junuh, der seine Teilnahme aber zunächst verweigert. Der junge Hardy versucht, sein heruntergekommenes Idol zu motivieren. Auch Adeles Überredungskünste nützen nichts. Junuh bleibt dabei, er will nie wieder Golf spielen.

Doch dann taucht ein geheimnisvoller Fremder auf, der Junuh erklärt, er habe einfach seinen Schwung verloren und müsse die Harmonie wieder finden zwischen “allem, was war, allem, was ist und allem, was sein wird”. Der Fremde nennt sich Bagger Vance und wird Junuhs Caddie.

Junuh nimmt als Außenseiter am Turnier teil, denn er kämpft nicht nur mit der starken Konkurrenz, sondern vor allem mit sich selbst. Mit der Unterstützung, den Ratschlägen und Vorwürfen seines Caddies gewinnt er sein Selbstvertrauen zurück – und noch viel mehr, als er versteht, was Bagger Vance meinte als er sagte: “Dieses Spiel gewinnt man nicht. Man spielt es nur.”

“Die Legende von Bagger Vance” ist Robert Redfords vierte Regiearbeit. Vor allem die opulente Ausstattung erinnert an Redfords großen Schauspielerfolg – “Der große Gatsby”. Der Film ist visuell sehr ansprechend. Michael Ballhaus' Kameraführung kombiniert geschickt die üblichen Mittel – wie Totalen, Nah- und Detailaufnahmen – mit ungewöhnlichen Aufnahmen, zum Beispiel durch Gläser oder Flaschen. Auffällig ist auch das Spiel mit Lichteffekten und mit scharfen und unscharfen Einstellungen. Auch Junuhs Kriegserinnerungen werden in eindrucksvollen Bildern gezeigt.

Drei der besten jungen Darsteller Hollywoods hat Redford in seinem Film versammelt: Matt Damon als Junuh, Charlize Theron als Adele und Will Smith als Bagger Vance. Vor allem Will Smith, den man bisher eher als Komödienschauspieler kennt, agiert sehr zurückgenommen und liefert damit seine “reifste schauspielerische Leistung” – wie er in Interviews sagt.

Redfords Film besticht durch eine gewisse Originalität. Die Idee, als Erzähler einen alten Mann, der gerade auf dem Golfplatz einen Herzinfarkt hat, auszuwählen, ist sehr exzentrisch. Das Spiel des Lebens über den Golfsport zu erklären ist größtenteils geglückt. Nur kann eben auch Robert Redford nicht mit einem Film alle Probleme der Welt lösen. Einige Weisheiten werden leider so oft wiederholt, so daß sie manchmal fast penetrant wirken.

Dank der schönen Bilder und der erstklassigen Schauspieler ist “Die Legende des Bagger Vance” trotzdem ein sehr guter – sehr amerikanischer – Film.

vh