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Was Frauen wollen - Mel Gibson ergründet die weibliche Seele
Was Frauen wollen
Nancy Meyers
USA 2000
 

 

 

Nick Marshall (Mel Gibson) hat einen schlechten Tag. Seine Hoffnungen, Creative Director einer großen Chicagoer Werbeagentur zu werden, zerstört die attraktive Darcy Maguire (Helen Hunt), die ihm von seinem Chef (Alan Alda) vor die Nase gesetzt wurde. Nicks Chef hat erkannt, daß Werbung mehr auf weibliche Zielgruppen ausgerichtet werden muß – und um diese neuen Projekte zu betreuen ist Macho Nick ungeeignet. Zu allem Überfluß fährt seine Ex-Ehefrau mit ihrem neuen Mann in die Flitterwochen und überläßt Nick ihre Teenagertochter mitsamt ihren Pubertätsproblemen. Die 15jährige spricht ihren Vater grundsätzlich nur mit Vornamen an und klärt ihn sofort darüber auf, daß sie sich von ihm sicher keine Vorschriften machen läßt, nachdem er sie jahrelang vernachlässigt hat.

Darcy – kaum in ihr neues Büro eingezogen – verliert keine Zeit. Sie verlangt von ihren Mitarbeitern, sich mit einigen Produkten vertraut zu machen: Schaumfestiger, Mascara, porenreinigende Pflaster, Badeperlen, Nagellack, Enthaarungswachs, figurformende Strumpfhosen, Wonderbra, Kopfschmerztabletten, Schwangerschaftstests, ...

Nick tröstet sich abends mit einer Flasche Wein und beschließt dann, die Produkte auszuprobieren. Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen kosmetischen Versuchen rutscht er auf den Badeperlen aus und fällt mit dem Fön in die Badewanne.

Der Stromschlag ist nicht tödlich, bleibt aber nicht folgenlos. Nick hört auf einmal die Gedanken von allen weiblichen Wesen, die ihm begegnen – einschließlich einer Pudeldame. Was Frauen wirklich von ihm denken, schockiert ihn zunächst. Er lernt jedoch, seine neue Fähigkeit zu nutzen – vor allem im Konkurrenzkampf mit Kollegin Darcy. In einem Yogakurs, bei der Maniküre, beim Joggen oder beim Shopping mit seiner kratzbürstigen Tochter lernt er alles, was er für die neuen Werbekampagnen braucht. Seine neue “Sensibilität” entzückt alle weiblichen Wesen und führt bei ihm schließlich zu einer echten Persönlichkeitsänderung.

“Was Frauen wollen” ist ein solide gemachter Film, der zwar keine großen Überraschungen zu bieten hat, sich aber in seinen besten Momenten den schlagfertigen “screwball comedies” aus den 30er Jahren annähert. Nach Robert Altmans “Dr. T und die Frauen” ist Nancy Meyers' Komödie schon der zweite Film dieses Jahres, der thematisch an den Hollywoodklassiker “Die Frauen” anknüpft – allerdings ohne dessen Radikalität und Eleganz zu erreichen.

Die erstklassige Besetzung tröstet über einige Schwächen des Plots hinweg. Die Chemie zwischen Mel Gibson und Helen Hunt stimmt. Auch MASH-Veteran Alan Alda überzeugt als verschrobener Chef. Leider wurde das Potential der Nebendarsteller nicht genügend genutzt. Delta Burke, die Anfang der 90er Jahre in der Serie “Sugerbaker's” großes komödiantisches Talent zeigte, kommt nicht zum Zug. Marisa Tomei, die nach ihrem Oscar als beste Nebendarstellerin in “Mein Cousin Winnie” kaum noch in ihr angemessenen Rollen zu sehen war, ist zwar schöner denn je, doch wirklich entfalten kann auch sie sich nicht in der Rolle der Lola, einer überspannten Kellnerin und Möchtegern-Schauspielerin.

Von einigen Schönheitsfehlern abgesehen ist “Was Frauen wollen” gute Hollywoodunterhaltung, die für einen verregneten Nachmittag sicher nicht die schlechteste Lösung ist.

vh