APRIL
2002

 
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tipp.ag

Die neue ZDF-Serie: "Junge Herzen - Auf großer Fahrt ins Leben"

Am Samstag, dem 22.03.startete im ZDF eine außergewöhnliche 12-teilige Reportage. Sie zeigt 22 Schüler, Lehrer, die Mannschaft und ein Filmteam unter der Leitung von Regisseur Torsten Truscheit, die im Oktober 2000 von Kiel auf eine 7-monatige Weltreise mit dem Dreimaster „Thor Heyerdahl“ aufbrachen. Die Tour führte sie über Teneriffa, die Karibik, Guatemala, Kuba bis nach Philadelphia und zurück nach Wilhelmshaven.

Die Idee zu diesem Projekt ging von der Hermann Lietz-Schule Spiekeroog aus und wird seit mehreren Jahren für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, allesamt Schüler der 11. gymnasialen Klassen (Schüler aus ganz Deutschland) durchgeführt. Die wachsende Unzufriedenheit mit der heutigen schulischen Realität und zunehmende Sorge angesichts der Jugendsituation in unserer Gesellschaft verstärkten die Absicht diesem Traum eine Chance zu geben.

Die Reportage will nicht nur die Befindlichkeit der heutigen Jugend zeigen, sondern sie erläutert einen pädagogischen Hintergrund dessen Ansatz immer noch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

So entstand eine Langzeitbeobachtung, deren Qualität und Substanz vor allem in der „Echtheit“ des gezeigten Bordalltags der Schüler, Lehrer und Mannschaft liegt. Keine Einstellung wird inszeniert, kein Kommentar erläutert das Geschehen.
Die Reise auf der „Thor Heyerdahl“ orientiert sich an den Idealen klassischer Reformpädagogik. Die Hermann Lietz-Schule Spiekeroog hat erkannt, dass sich Erziehung nicht nur im Vermitteln von Wissen erschöpft, sondern auch der Persönlichkeitsbildung jedes Einzelnen eine entscheidende Bedeutung zukommen sollte. Durch die verantwortliche Mitarbeit an Bord, die Herausforderungen, Konflikte und Grenzsituationen muss sich jeder bewähren und erlebt dafür u.a. Expeditionen in die Hochanden, am Amazonas oder auf die Galapagosinseln.
Jugendlichen wird nicht nur die Möglichkeit geboten die Welt zu entdecken, sondern die pädagogischen Ziele lassen sich durchaus mit den Zielen und Inhalten des gymnasialen Lehrplans vereinbaren. Der Unterricht an Bord geht weiter, das Lernen wird situationsbezogener und die Versetzung von der 11. in die 12. Klasse bleibt nach der Reise gesichert.

Eine Reportage - nah und unmittelbar - deren erste Folge das Interesse für die weiteren geweckt hat. Sie thematisiert ein pädagogisches Konzept, das aus meiner Sicht unverzichtbar mehr Einzug in die Schulen halten sollte. Dabei muss es nicht gleich eine große Reise sein, denn die Ziele dieses pädagogischen Ansatzes lassen sich auch im kleineren Rahmen erreichen.
Die Zeiten monotoner Wissensvermittlung sind überholt. Kreativität und Engagement (von Lehrer- und Schülerseite) sind gefragt und Vorraussetzung, um unser Bildungssystem und die Jugendlichen fit für die Zukunft zu machen.

In den folgenden Wochen immer Samstag nachmittag zu unterschiedlichen Zeiten im ZDF.

tm