AUGUST 01
 
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SPRACHE


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Das Europäische Jahr der Sprachen 2001


Eine Aktion
der Europäischen Union
und des Europarates

Jeder benutzt sie täglich ganz selbstverständlich und andauernd. Sie ist für uns der Draht zu unseren Mitmenschen. Geschrieben wie gesprochen dient sie dem Informationsaustausch. Was wir jedoch leider zu oft vergessen: Es gibt nicht nur unsere eigene Muttersprache, sondern eine unzählige Vielfalt an Sprachen auf der ganzen Welt, von denen jede ihren eigenen Charakter und ihren eigenen Reiz hat. Grund genug, zumindest das Europäische Jahr der Sprachen zu feiern.

Am 6. Februar 2001 wurde das Europäische Jahr der Sprachen mit einer Startkonferenz in Berlin eröffnet. Organisator ist die Europäische Union zusammen mit dem Europarat. Immerhin sehen die Artikel 149 und 150 des EG-Vertrags im Rahmen der EU auch die Beschäftigung mit allgemeiner und beruflicher Bildung vor und der Europarat hat sich ja bereits seit 1992 mit der europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen für die sprachliche Vielfalt in Europa eingesetzt.

Die Idee, die hinter dem ganzen Projekt steckt, ist simpel. In allen europäischen Ländern soll den Bürgern Europas bewußt gemacht werden, welcher Reichtum sich hinter Mehrsprachigkeit – es werden u.a. Minderheiten-, Regional- und Migrantensprachen ausdrücklich miteinbezogen – verbirgt. Wer so den Geschmack an Mehrsprachigkeit gefunden hat, der soll auch gleich dazu angeregt werden, neue Sprachen zu erlernen. Dabei bringt die Faszination für eine Sprache auch ein besseres Verständnis für die andere Kultur mit sich, aber auch der praktische Aspekt der Verständigung, nicht zuletzt im Berufsalltag, wird betont.

Wie kann man nun alle, vom kleinen Fritzchen bis zu dessen Großmutter, im Sinne dieser Ziele begeistern? Das Aktionsjahr versucht durch zahlreiche Veranstaltungen, die jeweils von den Ländern organisiert werden, alle Bevölkerungsschichten zu erreichen. Dazu wurden auch Verbände oder Bildungseinrichtungen dazu aufgerufen, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. So unterstützt die Europäische Kommission über 150 Projekte, die die unterschiedlichste Form annehmen können: Von einem Wagen für Sprachunterricht im Pendlerzug über das Sprachmobil mit Informationen zum Sprachenlernen, einem Wettbewerb für die "Sprachenfreundlichste Gemeinde" an der deutsch-dänischen Grenze Nordfrieslands und Kongressen bis hin zu Jugendtheaterfestivals findet man im Veranstaltungskalender eine Menge interessanter Themen und Aktivitäten. Übrigens: auch wenn das Jahr schon zu mehr als der Hälfte vorbei ist, den Europäischen Tag der Sprachen haben wir noch vor uns. Er findet am 26. September 2001 statt. Sicherlich lohnt es sich, hier die Augen und Ohren offen zu halten.

Womit wir auch schon beim Wehmutstropfen wären, der sich in die ehrgeizigen Pläne des Europäischen Jahrs der Sprachen mischt. Viel hat die Öffentlichkeit wohl noch nicht von den Aktionen Notiz genommen, die in der allgemeinen "Event-Kultur" vielleicht etwas untergehen. Dazu kommt, dass die eigene Sprachpolitik der EU, was z.B. die Amtsprachen angeht, nicht besonders dem Ziel der Mehrsprachigkeit entspricht. Immer mehr setzt sich auch hier neben dem noch vorherrschenden Französisch das Englische als "lingua franca" durch. Ob und wie etwas anderes machbar wäre, ist hoffentlich auch Thema einer der Kongresse im Rahmen des Europäischen Jahrs der Sprachen.

bk