JULI 01
 
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SPRACHE

 

Was heißt'n das: "Weckewerk"


Wek-ke-werk

www.chris-kurbjuhn.de/Auswahl/
Die_Koch-Ecke/Hessen/hessen.html

Wer ein Wort erklärt haben möchte,
schicke es an redaktion@ceryx.de.

Endlich hat jemand mal ein Wort geschickt, damit Ceryx es erklärt.

Das Wort Weckewerk setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Gerüchteweise bedeutet "Wecke" Brötchen, "Werk" Abfall. Schnell merkt man, daß es sich da um etwas zu essen handeln muß. Und tatsächlich: Weckewerk ist eine nordhessische Spezialität aus altbackenen Brötchen, Bouillon, Fleischresten vom Schwein mit gekochten Schwarten, Zwiebeln, Majoran, Kümmel, Salz und Pfeffer. Das erfährt man von Chris Kurbjuhn auf seiner Seite "Erbarme, die Hesse koche".

Weckewerk gibt's in Gläsern zu kaufen, aber wer es selbst mal ausprobieren will, dem sei hier das Rezept von Kurbjuhn gegeben (Mengenangaben siehe dort). Zu einem Selbstversuch war Ceryx nicht bereit, also geht alles auf Eure Verantwortung (Eltern haften für ihre Kinder).

Und so macht man Weckewerk: Die Brotreste werden gnadenlos in einem Liter Bouillon versenkt, damit sie schwammig aufquellen. Vom Fleisch nimmt man alles, was nicht mehr in die Wurst durfte, und dreht es zusammen mit den Zwiebeln durch den Wolf. Hat man das Gemetzel vollendet, wird das ganze Zeug in die Bouillon geschmissen und unter ständigem Rühren zu einer festen Masse gekocht (lieber nicht hinsehen). Entweder man serviert das Resultat gleich mit Kartoffeln, um es loszuwerden, oder man verbannt es in den Kühlschrank, um es später dann in Scheiben geschnitten in der Pfanne zu braten. In Nordhessen wird das Weckewerk vor dem Braten gern noch paniert, damit das Fett auch wirklich trieft. Dazu empfiehlt Kurbjuhn Bier und klaren Schnaps. Letzterer ist scheinbar in rauen Mengen nötig, um diesen unsäglichen Fleischabfall überhaupt herunterzukriegen.

Damit Ihr euch eine bessere Vorstellung machen könnt, hier die visuelle Beschreibung von Weckewerk, wie sie auf einer anderen Internet-Seite zu lesen ist: "Es sieht aus wie dickkörniger Haferschleim oder total danebengegangenes Haschee". Na dann: guten Appetit.

aw