NOVEMBER
2003

 
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Was heißt'n das: "Etwas auf die lange Bank schieben"

 

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Der Ausdruck "etwas auf die lange Bank schieben" bedeutet soviel wie "eine Sache aufschieben" und stammt ursprünglich aus der Rechtssprache. Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig geklärt und es existieren zwei verschiedene Hypothesen.

So könnte mit der Bank zum einen eine Truhe gemeint sein, in der die Akten gelagert wurden, als es noch keine Aktenschränke gab. Landete ein Fall also nicht direkt auf dem Tisch des Richters, sondern womöglich ganz hinten auf der langen Bank, konnte sich seine Bearbeitung lange Zeit hinauszögern.

Zum anderen könnte es sich bei der langen Bank aber auch um die Schöffenbank handeln. Ein Grundsatz des römischen Rechts sah vor, dass nach Sonnenuntergang kein Urteil mehr gefällt werden durfte. Aufgrund komplizierter und langwieriger Verhörtechniken war es oft nicht möglich innerhalb eines Tages zu einem Urteil zu kommen. Dadurch verzögerte sich das Verfahren nicht selten um einiges, zumal es unter Umständen auch an ein höheres Gericht mit mehr Schöffen weitergeleitet wurde. Zum Zeichen dafür, dass das Verfahren abgebrochen, aber nicht beendet war, wurden bei Sonnenuntergang Stühle und Bänke umgeworfen.

jn